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Nachricht vom 23.10.2013


Emissionsfreier Verkehr mit erneuerbaren Energien – Neue Felder für innovative Unternehmen

120 Experten bei Fachtagung „Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft“ in Herten

Dr. Naendorf, Hr. Lindner und Dr. Kattenstein

Mit dem deutlichen Ausbau der erneuerbaren Energien im Zuge der Energiewende wird Wasserstoff als Energiespeichermedium an Bedeutung gewinnen. Als Kraftstoff eingesetzt ist er ein wichtiges Bindeglied zwischen überschüssiger erneuerbarer Energie und emissionsfreier Mobilität. Brennstoffzellenfahrzeuge, die mit Wasserstoff betankt werden, bieten mit ihrer hocheffizienten elektrischen Antriebstechnologie hohe Reichweiten (300-500 km) und kurze Betankungszeiten (3 Minuten).  Die hohe Energiedichte und Verfügbarkeit von Wasserstoff bietet zudem die Möglichkeit, große Energiemengen auch saisonal zu speichern – sei es in technischen Speichern oder in Salzkavernen. Die Anwendung des mittels Elektrolyse gewonnenen Wasserstoffs im Straßenverkehr ist gegenüber der örtlichen Rückverstromung, der Einspeisung in das Erdgasnetz oder auch der Umwandlung in synthetisches Methan besonders klimawirksam und ertragsstark. Der Aufbau der Infrastruktur eröffnet neue Geschäftsmodelle, bedarf aber eines branchenübergreifenden Zusammenspiels und der Unterstützung der öffentlichen Hand.

Heute trafen sich in Herten 120 Experten aus den Branchen Energie und Nahverkehr, um die Potentiale des Wasserstoffs zu diskutieren. Namhafte Unternehmen und Wissenschaftler stellten Elektrolyse, Wasserstofftechnik und Fahrzeuge vor; zeigten Techniktrends  und Betriebserfahrungen. Es wurde deutlich, dass Wasserstoff noch in diesem Jahrzehnt eine realistische Option für die Versorgung von lokal operierenden Flotten wird.

Beim Thema Flottenbetrieb stand der ÖPNV mit zwei Brennstoffzellenbussen und einem Diesel/Wasserstoff-Hybridbus, die in NRW im Alltagseinsatz sind, im Vordergrund. Ein weiteres der vorgestellten Modelle wird nächstes Jahr hier eingeführt. Probefahrten zeigten, dass die Technik reif für die Markteinführung ist. Verschiedene Fahrzeughersteller stellten ihre serienreifen Brennstoffzellen-Pkw vor. Erste Fahrzeuge sind bereits am Markt verfügbar, die großen japanischen und deutschen Hersteller ziehen ab 2015 bzw. 2017 nach. Auch bei der Infrastruktur zeigte sich ein intensiver Wettbewerb von Technologien und Herstellern.

Dr. Thomas Kattenstein, Leiter des Netzwerks Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW der EnergieAgentur.NRW, sagte: „Wasserstoff bietet die Chance, erneuerbare Energien in signifikanter Menge auch im Verkehrsbereich zu nutzen und somit eine über die gesamte Stoffkette wirklich emissionsfreie Mobilität zu ermöglichen. Lokale Energieversorger können künftig Wasserstoff als Kraftstoff anbieten und damit beispielsweise den öffentlichen Nahverkehr versorgen.“

Volker Lindner, Vorsitzender des h2-netzwerk-ruhr e.V. in Herten, ergänzte: „Gerade das Ruhrgebiet mit seiner ausgeprägten industriellen Wasserstoffnutzung bietet gute Voraussetzungen zum Aufbau von Infrastrukturen für grünen Wasserstoff. Die Markteinführung ist nun intensiver als bisher voranzutreiben, um den Übergang zur kostengünstigen Serienfertigung zu gestalten. Ein koordiniertes Beschaffungsprogramm für Busse wäre dabei ein großer Schritt vorwärts.“

 

Ansprechpartner:

Dr. Michael Weber; EnergieAgentur.NRW

Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff im Cluster "EnergieRegion.NRW"

Telefon: (02 11) 8 66 42 - 245  und  MOBIL: (0178) 730 30 23

E-Mail:  weber(at)energieagentur.nrw.de

 

Fotos von der Veranstaltung:

(v.l.) Dr. Bernhard Naendorf, Volker Lindner und Dr. Thomas Kattenstein

Thorsten Herbert